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Natur in Prenzlauer Berg | Die Kräuter im Volkspark Prenzlauer Berg | Die wunderbare Welt der Wildkräuter
Wolfgang Krause, Ursula Rändel:
Die wunderbare Welt der Wildkräuter Wohl jeder Spaziergänger im Volkspark Prenzlauer Berg erfreut sich zur entsprechenden Jahreszeit an den bunten Blüten der Wildkräuter auf den Wiesen, an Hängen, Gebüschrändern, in Mulden, im Bereich des Feuchtgebietes. Wer hält es für möglich, daß weit über 100 Arten der wildwachsenden Kräuter diese wunderbare Welt verkörpern? Allein fast 20 verschiedenen Arten von Gräsern begegnet man, wenn man den Park durchquert. Die bunte Welt der Blumen dagegen präsentieren etwa 150 verschiedene Wildarten (das Feuchtgebiet einbezogen), von denen nur wenige nicht in jedem Jahr auftreten. Bemerkenswert ist das oft wechselvolle Aussehen vor allem der Wiesen im östlichen Parkteil. In Abhängigkeit vom Witterungsverlauf im Frühjahr/Frühsommer herrschen entweder Blau- oder Purpurtöne vor, oder die Hänge sind mit gelben und weißen Farbtupfern übersät. Relativ gleichartig zeigen sich die kleinen Wiesen im westlichen Parkteil. Sie beherrschen pro Wiesenquartier etwa 20 bis 30 verschiedene Pflanzenarten. Dagegen findet man auf den Wiesen im östlichen Parkteil durchaus 50 bis 80 verschiedene Arten, wobei der Südost-Hang des Südplateaus und die Wiesen östlich des Pappelplateaus wohl am artenreichsten sind.
Woher kommen die vielen Wildkrautarten? Wurde einstmals eine Rasenmischung zur Befestigung der Aufschüttungen ausgebracht, so haben sich im Laufe der Jahre und Jahrzehnte sehr viele Wildkrautarten im Volkspark von allein angesiedelt. Es sind »Einwanderer«, die vor allem aus dem Umland in den Volkspark gelangten. Auf den Wiesen sind es Arten, die an meist trockenen und lichtreichen Standorten wachsen, aber auch in der Nähe menschlicher Ansiedlungen gedeihen (sogenannte Ruderalpflanzen, von ruderalis (lat): schuttliebend, auf Schutt wachsend), das sind Schuttplätze, Wegränder, Brachen, Ödland, Zäune, Mauerränder, Steinritzen u.ä. Sie sind die Mehrzahl der Wildkrautarten des Volksparks. Hinzu kommen einige Arten, die offenbar im Innenstadtbereich einen Zufluchtsort gefunden haben, hier in Parkanlagen, Grünplätzen, an Gebüsch, in Vorgärten, an den S-Bahn-Hängen reichlich vorkommen, im Umland dagegen oft gar nicht oder nur wenig angetroffen werden. Hierzu zählen vor allem die Niederliegende Sumpfkresse (Rorippa anceps), die Acker-Glockenblume (Campanula rapunculoides) und der Topinambur, auch Erdbirne genannt (Helianthus tuberosus). Bei allen diesen bisher angesprochenen Pflanzenarten ist ersichtlich, daß sie durch Samenverbreitung in den Volkspark »eingewandert« sind. Die Samenverbreitung vollzog sich - offenbar vielfach über Jahre - durch Luftbewegung, durch den Verkehr, durch Verschleppung infolge Anhaften an Tier (besonders Vögel) und Mensch.
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